Fünf Buchten stehen ganz oben auf unserer Liste der Buchten auf Ibiza, die nur mit dem Boot erreichbar sind: Atlantis (Sa Pedrera), Cala Llentrisca, Ses Balandres, Cala Xuclar und Cala d'en Serra. Keine von ihnen hat eine richtige Straße — und nach Atlantis kommt man seit 2025 nicht einmal mehr zu Fuß, seit der Pfad an der Steilküste eingezäunt wurde. Wir ankern die ganze Saison über mit unserer NAVAN S30 in diesen Buchten. In diesem Guide steht deshalb, was die üblichen Listen weglassen: wo der Anker hält, welcher Schwell welche Bucht verdirbt und zu welcher Tageszeit jede von ihnen am schönsten ist.
Nur mit dem Boot erreichbar: diese fünf Buchten auf Ibiza lohnen sich
Ibiza hat genug "geheime" Strände, hinter deren Pinien sich ein Parkplatz versteckt. Diese fünf sind anders: Man erreicht sie nur mit einem Rumpf unter sich — oder über eine Kletterei, auf die die meisten vernünftigerweise verzichten. Genau deshalb fühlen sie sich noch so an, wie sich die Insel vor Jahrzehnten angefühlt haben muss.
Atlantis (Sa Pedrera de Cala d'Hort)
Ein alter Steinbruch, geschlagen in die Klippen der Südwestküste: kantige Plattformen, vom Meer geschliffene Skulpturen, Stein in der Farbe von Honig. Seit der Abstieg 2025 eingezäunt wurde, ist das Boot tatsächlich der einzige Weg hinein. Sand zum Anlanden gibt es nicht — wir ankern dicht vor den Felsen auf einem freien Sandfleck, und das letzte Stück schwimmt man, was ohnehin der schönste Teil ist. Atlantis liegt offen zum Schwell aus West und Südwest und ist darum eine Bucht für ruhige Tage; am richtigen Nachmittag bringt die tiefe Sonne die Wände des Steinbruchs zum Glühen, und das Wasser wird spiegelglatt. Meist verbinden wir den Stopp mit unserer Es-Vedrà-Route — der Felsen ragt gleich um die Ecke auf.

Cala Llentrisca
Ein Kieshalbmond hinter dem Cap Llentrisca, mit einer Reihe verwitterter Fischerhütten und keiner einzigen Sonnenliege. An Land führt nur ein langer, rauer Fußweg von Es Cubells hierher — selbst im August teilt man sich die Bucht oft mit nur ein, zwei anderen Booten. Sie liegt geschützt vor Nordwind, ihre Spezialität sind spiegelglatte Vormittage: Wer früh kommt, hört nach dem Rasseln der Ankerkette nur noch Wasser, das über die Kiesel läuft. Der Grund ist eine Posidonia-Seegraswiese, durchzogen von hellen Sandbahnen — unser Skipper weiß, wo sie verlaufen, sodass der Anker hält, ohne das geschützte Seegras zu berühren.
Ses Balandres
Die wildeste der fünf, versteckt unter turmhohen Klippen an der Nordwestküste, nahe dem Felsbogen von Ses Margalides. An Land geht es nur — mit Mühe — an Seilen die Wand hinunter; vom Wasser aus ist die Ansteuerung an einem ruhigen Tag unkompliziert. Schwell aus West oder Nordwest läuft direkt in die Bucht, also planen wir sie nur bei wirklich ruhiger Vorhersage ein. Am besten gegen Mittag, wenn die Sonne endlich den Grund der Bucht erreicht und das Wasser zwischen den Felsblöcken aufleuchtet. Das Echo unserer Motoren an dieser Felswand ist ein Moment, von dem Gäste auf der Rückfahrt noch erzählen.

Cala Xuclar
Eine winzige Fischerbucht bei Portinatx an der Nordspitze Ibizas: ein Streifen Kies und grober Sand, eine Handvoll Bootshütten und erstaunlich klares Wasser. Offiziell führt eine zerfurchte Sandpiste hinunter; in der Praxis ist die Ankunft vom Meer aus die Art, wie diese Bucht gesehen werden will. Sie öffnet sich nach Norden — wir heben sie uns für Tage mit Südwind auf, wenn die Nordküste glatt wie Glas wird. Am besten morgens kommen und die Schnorchelausrüstung direkt vom Boot nehmen: Die Felskanten dieser Bucht gehören zu den fischreichsten, die wir kennen.
Cala d'en Serra
Ein tiefer, schmaler Einschnitt in der Nordostecke der Insel, bewacht von grünen Rücken und dem Betonskelett eines nie fertiggebauten Hotels — seltsam fotogen, und der Grund, warum die Bucht nie verbaut wurde. Die Piste hinunter ist so übel, dass die meisten Mietwagen umdrehen. Drinnen liegt das Wasser geschützt vor fast allem außer Nordost, und das Schnorcheln an den Felsen ist hervorragend. Wir mögen die Bucht am späten Tag, wenn das Licht durchs Tal fällt und die vollen Strände plötzlich sehr weit weg wirken.
So kommen wir von Santa Eulalia dorthin
Unsere NAVAN S30 legt in der Marina Santa Eulalia, Liegeplatz H17 an der Ostküste ab; ein Ganztagescharter bedeutet acht Stunden auf dem Wasser, üblicherweise von 10:00 bis 18:00 Uhr. Ein ehrlicher Rat: Versuchen Sie nicht, alle fünf Buchten an einem Tag abzuhaken. Wir teilen sie in zwei natürliche Routen auf:
- Die Nordroute: vorbei an der Insel Tagomago — rund zwanzig Minuten von unserem Liegeplatz — und weiter entlang der wilden Nordküste zu Cala Xuclar und Cala d'en Serra, mit Ses Balandres als Option an einem sehr ruhigen Tag.
- Die Südwestroute: südwärts an der Silhouette von Dalt Vila vorbei und um die Inselspitze zu Cala Llentrisca, Atlantis und Es Vedrà.
In beiden Fällen steht ein professioneller Skipper am Steuer — einen Bootsführerschein brauchen Sie nie — und Schnorchelausrüstung und Bluetooth-Soundsystem sind bereits an Bord. Wer gerade kalkuliert: Wir haben aufgeschlüsselt, was ein privater Chartertag auf Ibiza wirklich kostet — Saison für Saison.

Ankern, Schwell und Timing: die Details, die den Tag entscheiden
Drei Dinge zählen in diesen Buchten mehr als an jedem Strand mit Straße:
- Auf Sand ankern, nie im Seegras. Die Posidonia-Wiesen sind geschützt — und halten einen Anker ohnehin schlecht. Unser Skipper liest den Grund und wählt die freien Flecken.
- Schwell schlägt Wind. Eine Bucht kann windstill sein und trotzdem unruhig liegen, wenn der Schwell von gestern hineinläuft. Wir prüfen jeden Morgen die Richtung und wählen die Küste, die schläft.
- Die Tageszeit ändert alles. Llentrisca und Xuclar sind Vormittagsbuchten; Atlantis und Cala d'en Serra belohnen das Nachmittagslicht.
Sagen Sie uns bei der Buchung, welche der fünf Ihnen am wichtigsten ist — unser Skipper baut den Tag um den Seegang herum. Diese Flexibilität, am Steuer zu entscheiden statt am Schalter, ist genau das, wofür man ein privates Boot chartert.



