Kann man Tagomago besuchen? Zu Fuß nicht: Die Insel ist Privatbesitz, und ihre einzige Villa buchen Gäste, die per Helikopter anreisen und ungern fotografiert werden. Was aber sehr wohl geht — und was wir die ganze Saison über tun —, ist eine Bootstour nach Tagomago, der berühmtesten Privatinsel vor Ibizas Ostküste: ankern im klaren Wasser auf der geschützten Seite, schnorcheln unter den Leuchtturmfelsen. Und hier kommt das Detail, das daraus unsere Geschichte macht: Von unserem Liegeplatz in der Marina Santa Eulalia sind es nur rund zwanzig Minuten.
Die Insel, über die alle lesen — und die fast niemand betritt
Tagomago ist der langgestreckte grüne Felsen am Horizont, wenn Sie von den Stränden rund um Es Canar und Santa Eulalia aufs Meer blicken. Die gesamte Insel wird als eine einzige private Villa vermietet — eine Buchung, eine Insel — und landete in den Schlagzeilen, als Fußballer wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo dort Urlaub machten. Das ist das Promi-Kapitel. Das Kapitel, das uns interessiert, ist leiser: Weil niemand an Land darf, ist die Küste geblieben, wie sie war. Auf der Kuppe steht ein Leuchtturm, in den Klippen brüten Seevögel, und das Wasser rund um den Felsen bleibt bis weit in die Saison hinein erstaunlich klar.
Damit die Regeln vor der Planung klar sind: An Land gehen können Sie nicht — wir auch nicht. Was geht, ist das, was Boote hier schon immer getan haben: neben der Insel ankern, schwimmen, schnorcheln und am Teakholztisch zu Mittag essen, während die meistdiskutierte Privatinsel der Balearen über Ihnen einfach ihre Ruhe hat.

Bootstour nach Tagomago: warum Ibizas Osten unser Heimvorteil ist
Die meisten Charter auf Ibiza starten in San Antonio oder Ibiza-Stadt, am anderen Ende der Insel. Damit liegt Tagomago am falschen Ende eines langen Motortages — viele Boote kommen schlicht nie hierher. Vom Liegeplatz H17 in der Marina Santa Eulalia ist es genau umgekehrt: Unser Skipper richtet den Bug nach Nordosten, die beiden V8 pendeln sich in gemütlicher Marschfahrt ein, und rund zwanzig Minuten später queren Sie den Kanal Richtung Leuchtturm. Das ist die gesamte Anfahrt.
Eine kurze Überfahrt verändert den ganzen Tag. Sie sind schon im Wasser, während andere Boote noch unterwegs sind — und wenn der Ankerplatz gegen Mittag Gesellschaft bekommt, hatten Sie ihn längst für sich. Das hier ist unser Hausrevier, derselbe Vorteil, der auch unsere Ostküsten-Route prägt.
Im Windschatten der Insel: Anker runter, Maske auf
Der Reiz von Tagomago vom Boot aus ist simpel: Als vorgelagerte Insel hat sie fast immer eine geschützte Seite. Unser Skipper liest den Wind, legt die NAVAN S30 in den Windschatten und lässt den Anker über einem Sandfleck fallen — nie im Seegras, das hier geschützt ist und genau der Grund dafür, dass das Wasser so klar bleibt. Die Kette rasselt über die Bugrolle, die Motoren verstummen, und dann hören Sie, was diesen Ankerplatz besonders macht: fast nichts.
Ab da sortiert sich der Vormittag von selbst:
- Schnorcheln zwischen den Felsblöcken am Fuß der Klippen — Masken und Flossen sind standardmäßig an Bord.
- Mit dem Seabob abtauchen und den Felsen von unten sehen (250 €, Einweisung inklusive).
- Auf dem aufblasbaren SUP (50 €) an der Felskante entlangpaddeln, während an Deck das Mittagessen aufgebaut wird.

Aus Tagomago einen ganzen Ostküsten-Tag machen
Eine ehrliche Planungsnotiz: Tagomago allein füllt keine acht Stunden — muss es auch nicht. Wir sehen die Insel als Höhepunkt einer dritten Route, neben unserem Formentera-Tag und dem Törn zu Es Vedrà und der Westküste. Ein Ablauf, der sich immer wieder bewährt:
- 10:00 Uhr — ablegen in Santa Eulalia, Kaffee auf der Heckbank, während die Küste vorbeizieht.
- Der Vormittag bei Tagomago — ankern im Windschatten, solange das Licht tief steht und die See glatt ist; erstes Bad, bestes Schnorcheln des Tages.
- Mittagessen vor Anker — das Food-Paket (45 € p. P.) bringt eine mediterrane Lunchplatte und frisches Obst auf den Teakholztisch; das Getränkepaket (35 € p. P.) hält den Cava kalt.
- Nachmittags nach Süden — von Bucht zu Bucht die Ostküste hinunter Richtung Cala Llonga, mit Stopps dort, wo es am ruhigsten ist.
- 18:00 Uhr — zurück am Liegeplatz, Salz im Haar, Abendpläne intakt.

Gut zu wissen, bevor Sie buchen
- An Land gehen ist nicht möglich. Für niemanden — außer man mietet die Villa. Der Ankerplatz ist das Erlebnis, und ehrlich gesagt der schönere Teil.
- Der Skipper ist immer inklusive. Die NAVAN S30 nimmt bis zu 10 Gäste mit, ein Bootsführerschein ist nie nötig.
- Ein ganzer Tag dauert 8 Stunden, in der Regel 10:00–18:00 Uhr, zeitlich flexibel.
- Die Preise gelten pro Boot, nicht pro Person: ab 999 € in der Nebensaison bis 1.600–1.750 € im Juli und August; Kraftstoff wird nach tatsächlichem Verbrauch separat abgerechnet.
- Der Morgen ist der Moment. Früh am Tag ist die Ostküste meist am ruhigsten — nennen Sie uns Ihr Datum, wir planen den Tag um den Wind herum.
Tagomago hat mehr Schlagzeilen gemacht als fast jeder andere Winkel Ibizas — das beste Bild der Insel aber wurde nie gedruckt. Man sieht es vom Wasser aus, die Schnorchelmaske in der Hand, den Leuchtturm über sich: rund zwanzig Minuten von unserem Liegeplatz entfernt.



