Den schönsten Sonnenuntergang Ibizas erlebt man nicht mehr vom Parkplatz aus. Vom Wasser aus stechen drei Orte alles andere aus: die dunkle Silhouette von Es Vedrà vor der Cala d'Hort, der von Inselchen gestaffelte Horizont der Cala Comte und die flachen Felsplatten der Punta Galera. Und seit der berühmte Aussichtspunkt über der Cala d'Hort — jahrelang der Fotospot — auf Privatgelände liegt und im Winter 2024/25 eingezäunt wurde, ist der Sonnenuntergang hinter Es Vedrà vom Boot aus still und leise zum besten Logenplatz geworden, der auf der Insel noch übrig ist.
Wir fahren eine private NAVAN S30 ab Santa Eulalia, und das Finale zur goldenen Stunde ist der Wunsch, den wir am häufigsten hören. Hier ankern wir wirklich — und so funktioniert das Timing von der Ostküste aus.
Warum das Wasser den Mirador geschlagen hat
Jahrelang lief der Abend an der Westküste immer gleich ab: den Hügel über der Cala d'Hort hinauffahren, Runden auf Parkplatzsuche drehen, über Felsen klettern und den eigenen Quadratmeter verteidigen, bis die Sonne unten war. Dieses Ritual ist Geschichte. Das Gelände rund um den bekannten Mirador ist privat und seit dem Winter 2024/25 abgezäunt. Der Strand der Cala d'Hort selbst geht noch, füllt sich an Sommerabenden aber lange bevor das Licht gut wird.
Vom Boot aus existiert das alles nicht. Der Anker fällt, die Motoren verstummen, und der Blick gehört allein eurer Gruppe — kein Zaun, keine fremden Köpfe im Bild, und das Einzige, was keine Klippe der Welt bieten kann: der Sonnenuntergang und seine Spiegelung, verdoppelt auf dem Meer.
| Ankerplatz | Warum vom Wasser aus | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Es Vedrà | Der Fels färbt sich kupfern, dann glutrot — direkt vor dem Bug | Wir ankern vor der Cala d'Hort; der klassische Mirador ist gesperrt |
| Cala Comte | Inselchen staffeln den Horizont; das klarste Türkiswasser der Insel hält das letzte Licht | Im Juli und August ein voller Ankerplatz — früh da sein |
| Punta Galera | Bernsteinfarbene Felsplatten, kaum Boote | Die ruhige Wahl an einem stillen Abend |
Es Vedrà: der Sonnenuntergang, für den alle kommen
Unser Weg nach Westen ist dieselbe Route wie beim Es-Vedrà-Tagescharter: südwärts an den Mauern von Dalt Vila vorbei, um die Südspitze entlang Es Porroig und Cala Jondal — und dann, immer früher als die Gäste erwarten, steht der Fels vor dem Bug aus dem Meer auf. Fotos machen ihn klein. Vom Wasser aus ist er eine Wand.
Wir ankern vor der Cala d'Hort, den Bug zum Felsen. Das ist der Moment, in dem sich das Boot bezahlt macht: Der Skipper stellt die Motoren ab, die Kette kommt zur Ruhe, und das einzige Geräusch, das bleibt, ist Wasser, das sacht gegen den Rumpf schlägt, während Es Vedrà von Grau zu Kupfer zu Glut wechselt. Gesprochen wird wenig. Muss auch nicht.

Cala Comte und Punta Galera: zwei sehr verschiedene goldene Stunden
Cala Comte — für die Farben
Die Cala Comte hat zusammen mit der Cala Bassa das klarste Türkiswasser, in dem wir auf der ganzen Insel ankern — und genau dieses flache Wasser macht den Ort in der Dämmerung aus. Die vorgelagerten Inselchen brechen den Horizont in Ebenen, der Sandgrund hält ein blasses Leuchten, lange nachdem der Strand schon im Schatten liegt, und wenn die Sonne endlich fällt, hört man oft den Applaus der Strandbars übers Wasser herüberwehen. Vom Deck aus sitzt ihr besser als jeder von ihnen.
Punta Galera — für die Ruhe
Die Punta Galera ist die Wahl für Kenner: eine Landzunge aus flachen, geschichteten Felsplatten nördlich von San Antonio, die sich in der letzten Stunde Licht tief bernsteinfarben färbt. Es gibt keinen Strand, also auch keinen nennenswerten Trubel — ein paar Schwimmer auf den Felsen, vereinzelt ein Boot vor Anker und eine lange, freie Linie offenes Meer nach Westen. An einem ruhigen Abend ist das die friedlichste goldene Stunde, die wir kennen.
Timing: von Santa Eulalia rechtzeitig in den Westen
Wir legen am Liegeplatz H17 in der Marina Santa Eulalia an der Ostküste ab — die Sonnenuntergangsseite der Insel liegt also eine ordentliche Strecke entfernt, vorbei an einigen der besten Badestopps des Tages. Das ist kein Nachteil, es ist die Form des Tages. Ein voller Charter dauert acht Stunden, üblicherweise von 10:00 bis 18:00 Uhr, aber die Zeiten sind flexibel: Sagt uns bei der Buchung, dass der Sonnenuntergang Priorität hat, und wir planen den Tag vom Licht her rückwärts.
Im Hochsommer geht die Sonne spät unter; ein Finale zur goldenen Stunde heißt dann, gegen Mittag statt am Vormittag zu starten — ihr schwimmt und esst euch nach Westen und erreicht Es Vedrà genau dann, wenn das Licht kippt. Im September und Oktober fällt die Sonne deutlich früher, und die goldene Stunde passt bequem in einen Standard-Chartertag; ein Grund mehr, warum der Herbst unsere Lieblingszeit auf dem Wasser ist.

Der Sundowner an Bord
Zu einem Sonnenuntergang gehört ein Glas. An Bord geht das unkompliziert mit unserem Getränkepaket — Cava, Bier und Softdrinks auf Eis für 35 € pro Person — oder in voller Länge mit dem Cocktailpaket für 65 € pro Person: Premium-Cocktails, an Bord gemixt, während das Licht sinkt. Der klappbare Teaktisch kommt raus, eure eigene Playlist läuft über die Bluetooth-Anlage, und die Gläser fangen die letzte Sonne. Das komplette Preisbild samt Extras findet ihr auf unserer Preisseite.

Ein ehrlicher Tipp vor der Buchung
Die Westküste liegt zum offenen Meer, und abendlicher Schwell kann einen Ankerplatz unruhig machen. Unser Skipper behält die Vorhersage im Blick und sagt euch geradeheraus, wenn der Westen an dem Tag nicht der richtige Ort ist. Die Alternative ist unser Heimatrevier: die Abenddämmerung an der Ostküste, mit Tagomago etwa zwanzig Minuten vom Hafen entfernt. Die Sonne seht ihr dort nicht ins Meer sinken — sie geht hinter der Insel unter —, aber das rosafarbene Licht auf den Klippen ist eine eigene Vorstellung, und sehr wahrscheinlich teilt ihr sie mit niemandem.



