Die ehrliche Antwort zuerst: Beim Schnorcheln auf Ibiza liegen die besten Buchten genau dort, wo kein Strandtuch hinkommt. Ein voller Strand wühlt sein eigenes Flachwasser schon vor Mittag zu einer Sandwolke auf — das Wasser von den Fotos liegt draußen an den Ankerplätzen: bei den geschützten Felseninseln rund um Es Vedrà, in den Felskanälen vor Cala Comte, auf den Sandbänken von S'Espalmador und an der windabgewandten Seite von Tagomago, quasi vor unserer Haustür. All diese Plätze liegen auf den Routen, die wir ab Marina Santa Eulalia fahren, die Schnorchelausrüstung liegt bereits an Bord, und nichts macht unserem Skipper mehr Freude, als den Anker über der klarsten Stelle des Tages fallen zu lassen.
Warum das klarste Wasser immer am Anker liegt
Zwei Dinge entscheiden darüber, was Sie rund um Ibiza unter Wasser sehen: Seegras und Füße. Posidonia — die Seegraswiese, die den Meeresboden zwischen Ibiza und Formentera bedeckt und Teil einer UNESCO-Welterbe-Eintragung ist — wirkt wie ein lebender Filter: Sie hält den Sand fest und lässt das Wasser darüber glasklar. Füße bewirken das Gegenteil. Alles, was flach genug zum Hineinwaten ist, ist bis mittags aufgewühlt.
Vom Boot aus spielt das alles keine Rolle. Sie steigen über die Heckleiter in Wasser, das den ganzen Vormittag niemand berührt hat. Das Erste, was Sie hören, ist Ihr eigener Atem durch den Schnorchel; wer einen Moment still im Wasser hängt, hört als Zweites ein leises Knistern von unten — das Riff, das in aller Ruhe seiner Arbeit nachgeht.
Schnorcheln auf Ibiza: die besten Buchten, Route für Route
Es Vedrà und Cala d'Hort — das Schutzgebiet der Westküste
Die Felseninseln rund um Es Vedrà stehen unter Naturschutz, und das spürt man in dem Moment, in dem die Maske ins Wasser taucht. Der Fels endet nicht an der Wasserlinie: Er fällt unter Ihnen in Absätzen weiter ab, an denen Barrakuda-Schwärme reglos im Freiwasser stehen — wie Reihen silberner Kommata, die sich von Besuch nicht stören lassen. Wir ankern in der Cala d'Hort, den Felsen als Kulisse vor Augen; schnorcheln Sie am Rand der Posidonia-Wiese entlang und sehen Sie zu, wie Salema-Brassen in trägen, glitzernden Herden darüber weiden.

Die Felseninseln vor Cala Comte und Cala Bassa
Hier liegt das klarste Türkiswasser, das wir auf der Insel kennen. Die vorgelagerten Inselchen bilden flache Kanäle aus weißem Sand und Fels — genau die Mischung, die man sich als Schnorchler wünscht. Mönchsfische stehen im freien Wasser, Meerpfauen patrouillieren über den Geröllgrund, und wer bei den Felsspalten Geduld mitbringt, trifft früher oder später auf einen Oktopus, der sein Bestes gibt, wie ein Stein auszusehen. Weil Sie über das Wasser anreisen, schnorcheln Sie an der Außenseite der Inselchen — dort, wo die Strandgäste nie hinkommen.
S'Espalmador und die Flachwasserzonen von Formentera
Am Formentera-Tag ist S'Espalmador unser erster Badestopp: eine unbewohnte Insel mit Wasser, das so flach und hell ist, dass der eigene Schatten über den geriffelten Sand mitwandert. Das ist kein Fische-Zählen-Schnorcheln; hier ist das Wasser selbst das Ereignis, ein blasses, leuchtendes Blau, das man sonst eher mit der Karibik verbindet. Lassen Sie sich zum Rand der Seegraswiese treiben, und das Leben erscheint: Brassen über der Grenzlinie, silbernes Aufblitzen, wo Sand in Wiese übergeht. Es ist zugleich der sanfteste Schnorchelplatz aller Routen — Kinder können jederzeit stehen.

Tagomago und die Leeseite der Ostküste
Unser Heimvorteil. Tagomago liegt rund 20 Minuten von unserem Liegeplatz entfernt, und die landzugewandte Seite der Insel liegt im Windschatten, sobald die Brise auffrischt: ruhiges, klares Wasser an felsigen Kanten, während die Westküste voller Schaumkronen steht. An windigen Tagen steuert unser Skipper die ruhigere Ostküste an, statt gegen die Wellen anzukämpfen — und das Schnorcheln unter diesen stillen Klippen überrascht jeden, der dachte, die berühmten Namen seien schon die ganze Geschichte.
Ausrüstung: was an Bord liegt, was Sie mitbringen sollten
Die Schnorchelausrüstung wartet an Bord — Sie müssen also nichts einpacken, um unter Wasser zu kommen. Ein paar Hinweise aus Erfahrung:
- Mitbringen: die eigene Maske, falls Sie eine mit Sehstärke haben, und ein Lycra-Shirt, wenn Sie schnell Sonnenbrand bekommen — wer mit dem Gesicht nach unten treibt, bietet Schultern und Beinrückseiten der vollen Sonne an.
- Bereits an Bord: Schnorchelausrüstung, Schatten unter dem T-Top und den Sonnensegeln zwischen den Badestopps und eine solide Badeleiter am Heck — der Ausstieg ist so einfach wie der Einstieg.
- Nötige Erfahrung: keine. Der Skipper weist Anfänger und Kinder ein, bevor jemand ins Wasser geht, und behält alle im Blick, während Sie schwimmen.

Wann sich SUP oder Seabob wirklich lohnen
Ehrlicher Rat, denn beides sind kostenpflichtige Extras. Für eine Bucht und eine entspannte Stunde im Wasser reicht die Ausrüstung an Bord völlig — sparen Sie sich das Geld. Das aufblasbare SUP (50 €) verdient seinen Platz an Steilküsten-Tagen: Paddeln Sie an den Felsen der Cala d'Hort oder der Ostküste entlang und schauen Sie in Wasser hinab, für das Sie schwimmend zwanzig Minuten bräuchten. Der Seabob (250 €, Einweisung inklusive) ist das Gerät, das alles verändert: Er zieht Sie in zehn Minuten über mehr Riff, als Flossen in einer Stunde schaffen — und mit ihm an den Felsabsätzen von Es Vedrà entlangzugleiten ist der Wunsch, den wiederkehrende Gäste am häufigsten äußern. An einem faulen S'Espalmador-Tag: beides weglassen.
Nutzen Sie den Vormittag
Das Meer ist am glattesten, bevor die Nachmittagsbrise erwacht. Sagen Sie uns bei der Buchung, dass Schnorcheln Ihre Priorität ist, und wir fahren den Tag in der richtigen Reihenfolge: die entfernten Spots in der Morgenruhe, die einfachen Flachwasserzonen nach dem Mittagessen. In einen ganzen Tag von 8 Stunden, üblicherweise von 10:00 bis 18:00 Uhr, passen zwei oder drei völlig verschiedene Unterwasserwelten, ohne dass je Hektik aufkommt. Der Skipper liest den Wind und wählt am Tag selbst die klare Seite — Ihre einzige Aufgabe ist zu entscheiden, in welcher Bucht Ihre Maske zum ersten Mal ins Wasser taucht.



